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Sammlung Kromer: Gizeh 1971 - 1975 (Projekt Nr. 37)

 

Den Anlass dazu an der, in Karten als  „British Army Camp“ bezeichneten, Stelle südlich des Pyramidenbezirks in Gizeh zu graben, gab die Auffindung eines Steinbeiles im Gebiet südlich und westlich der Pyramiden der IV. Dynastie im Jahre 1970.

Die Ergebnisse der Grabungen wurden, nach einem Vorbericht 1972 [1], 1978 von Kromer publiziert[2]. Aus dieser Publikation geht hervor, dass es sich bei der gegrabenen Fläche offenbar um Siedlungschutt handelt. Das Material ist durchmischt und reicht von der I. bis in die IV. Dynastie. Kromer vermutet, dass es sich um den Schutt von Siedlungen handelt die für den Bau der Pyramiden nicht nur eingeebnet, sondern auch weg transportiert wurden.

Siegel und Schlammverschlüsse

Hervorzuheben sind die zahlreichen mit Siegelabdrücken versehenen Verschlussstücke aus Nilschlamm. Einige der Schlammverschlüsse zeigen Abdrücke von organischen Materialien und Fingerabdrücke.

Abb. 1: v.l.n.r.: 3 Schlammverschlüsse mit Siegelabdrücken (21441, 21418, 21422-D), Schlammverschluss (21101). Fotos: B. Schier.

Stein

Das Material aus Stein umfasst Steingeräte wie Messer, Dolche, Dreieckschaber, Schaftstrecker, Sägen, Einsatzklingen, Kerne, eine Zahl unretuschierter Lamellen und auch Steingefäße.

Abb. 2: v.l.n.r.: Kern (20696), Säge (20735), Messer (20647), Dreieckschaber (20360). Fotos: B. Schier.

Keramik

An Keramik finden sich hauptsächlich spitzbodige, schlanke Gefäße, Töpfe, „Brot-Backformen“, Schüsseln, flache Teller, Topfuntersätze und Paletten. Manche Keramikfragmente zeigen eingeritzte Zeichen und Bemalung.

Abb. 3: v.l.n.r.: Spitzovale Keramikpalette (21240), flacher Teller (20405), weiß engoubierte Schale mit roten Farbtupfen (20434), Fragment eines weiß engoubierten Gefäßes mit eingeritzten Zeichen (20890). Fotos: B. Schier.

Fayence, Metall und Organisches Material

Auch verschiedene Gegenstände aus Fayence (Perlen, Kacheln und kleine Gefäße),  Kupfergeräte (Angelhaken, Meißel, Nadeln) sowie Geräte aus Knochen, Horn oder Muscheln sind vorhanden.

Abb. 4: v.l.n.r.: Angelhaken aus Kupfer (20295), Schnurbündel (20495), Knochenahle (20212), Fayenceperlen (20729). Fotos: B. Schier.

Architekturteile

Architekturteile sind durch Wandverputz mit Bemalung, Fayencekacheln und einen Türangelstein vertreten. Außerdem finden sich Schlammbruchstücke mit Abdrücken von Schilfmatten.

Abb. 5: v.l.n.r.: Türangelstein (21106), Schlammbruchstück mit Abdruck einer Schilfmatte (21010), bemalter Wandverputz (20738-B2), Fayencekachel (20929). Fotos: B. Schier.

Literatur

[1] K. Kromer, Österreichische Ausgrabungen in Giseh (Var) Vorbericht über die Frühjahrskampagne 1971. Sitzungsbericht der phil.-hist. Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 279, 5. Abhandlung (Wien 1972).

[2] K. Kromer,  Siedlungsfunde aus dem frühen alten Reich in Giseh. Österreichische Ausgrabungen 1971 - 1975. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse Denkschriften, Bd. 136 (Wien 1978).

Datierung

Gesamt

Bein

Estrich

Fayence

Glas

Keramik

Metall

nicht näher

zuordenbar

organisch

Schlamm

Stein

Verputz

Fehlbestand

56

 

 

17

 

26

3

 

 

 

10

 

Ägypten: I. - IV. Dynastie

1855

21

1

94

2

528

60

2

30

238

791

88

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Urgeschichte und
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