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Sammlung Kromer: Giseh / Nezlet Batran 1981 und 1983 (Projekt Nr. 41)

Die Mastaba in Nezlet Batran, nur 1,5km südlich der großen Pyramiden, umfasst Bestattungen aus der 3. bis 5. Dynastie (Altes Reich ca. 2707 bis 2216 v. Chr.), sowie eine späte Nachbestattung aus der 26. Dynastie (672-525 v. Chr.).

In der Sammlung ist nur Material aus 1981 vorhanden und auch das nur exemplarisch. Zu beiden Kampagnen findet sich je ein Karteikasten mit Fotos und Zeichnungen der Funde. Sowie ein Plan der Grabungsstelle (A2 Format), Röntgenaufnahmen der leider nur mehr sehr bruchstückhaft erhaltenen Holzstatuen sowie eine Abzeichnung der Inschriften auf dem Architraven.

Abb. 1: Plan der Grabung in Giseh, Nezlet el Batran. (Für höhere Auflösung anklicken). Aus: Kromer 1991.

Das Material aus diesen Grabungen wurde 1991 von Kromer publiziert[3]. Diese Publikation umfasst auch Beiträge zum Architraven aus Schacht 2 durch Henry G. Fischer und eine anthropologische Aufarbeitung der Bestattungen durch Herbert Kritscher.

Abb. 2: Kalkstein Architrav aus Schacht 2 (Für höhere Auflösung anklicken). Aus: Kromer 1991.

Erbaut wurde die Mastaba aus Stein in der 3. Dynastie neben bereits bestehenden Grabbauten, sie gehört zu den frühesten Steinbauten für Grabdenkmäler; die Ausführung zeigt hohe Kenntnisse in der Messtechnik[2, S.42]. Verwendet wurde der lokal leicht zu gewinnende Sandstein. Aufgrund des kostbaren Baumaterials Stein, sowie der Zurichtung mit weißer Bemalung schließt Kromer auf einen vornehmen Bauherren mit Nähe zum Königshaus.

Während der 4. Dynastie wurde der Grabbau auf allen Seiten weiter ausgebaut. Wieder stammt aufgrund von Vergleichen der Baumaterialien der Bauherr wohl aus der Nähe der königlichen Familie.

In der 5. Dynastie wurden schließlich 3 Schachtgräber angelegt. Die darin Bestatteten gehörten allerdings mit Anzeichen von berufsbedingten Gesundheitsschäden anscheinend einer anderen Sozialschicht an.  Außerdem wurde eine Figurengruppe aus Holz aufgefunden.

Bruchstücke von Ushebtis zeugen von späten Nachbestattungen aus der 26. Dynastie.

 

Abb. 3: v.l.n.r.: Opferschälchen (21581-41a), Spitzbodiges Gefäß (21581-97), Kopf eines Ushebti (21581-21). Fotos: B. Schier.

Literatur

[1] K. Kromer,  Nezlet Batran. Eine Mastaba aus dem Alten Reich bei Giseh (Ägypten). Österreichische Ausgrabungen 1981 - 1983. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Denkschriften der Gesamtakademie, Bd. XII (Wien 1991).

 

Datierung

Gesamt

Fayence

Keramik

Metall

organisch

Stein

Verputz

siehe Katalogtext*

160

6

102

4

5

5

38

* Datierung: Die Mastaba in Nezlet Bataran umfasst Bestattungen aus der 3. bis 5. Dynastie (Altes Reich ca. 2707 bis 2216 v. Chr), sowie eine späte Nachbestattung aus der 26. Dynastie (672-525 v. Chr).

Kontakt:

Studiensammlung
des Instituts für
Urgeschichte und
Historische Archäologie,

3. Stock

Franz-Klein-Gasse 1
A-1190 Wien

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