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Mount Carmel (Projekt Nr.5)

Dorothy A. E. Garrod untersuchte 1928-34 auf der Suche nach dem Übergang von Neanderthaler zum Homo Sapiens die Höhlen des Mount Carmel (Abb.1) im heutigen Israel. Sie entdeckte dort nicht nur die beeindruckenden Hinterlassenschaften des Neanderthalers (Abb.2) , sondern auch die ersten Spuren der Nutzung von Gräsern, den sogeannten Sichelglanz auf mikrolithischen Steingeräten (Abb.3), die als Erntemesser benutzt wurden. Nach dem Fundort Wadi An Natuf wurde dieser Zeitabschnitt Natufien benannt. Museen und Sammlungen der ganzen Welt wurden mit dem Fundmaterial ihrer Grabungen vom Mount Carmel versorgt. So kamen unzählige mittelpaläolithische Steinwerkzeuge der Höhle Et Tabun und rund 500 kleinste Steingeräte, vor allem halbmondförmige Rückenmesserchen der Höhle Mugharet El Wad in die Studiensammlung. Bisher wurden die Mikrolithen und einige charakteristische Steingeräte des Mittelpaläolithikums inventarisiert und können hier vorgestellt werden.  Die restlichen 2.000-3.000 mittelpaläolitischen Steingeräte wurden bisher nicht inventarisiert, waren aber 1991 Gegenstand einer Bestimmungsübung.

Literatur: D. A. E. Garrod und D.M.A. Bate, The Stone Age of Mt. Carmel I, Oxford 1937.

Datierung

Gesamt

Bein

Stein

Fehlbestand

16

 

16

Mittelpaläolithikum

13

 

13

Mesolithikum/Natufien

529

10

519

Abb.1: Stratigraphie in der Höhle Et Tabun (Garrod, Bate 1937).

Abb.2: Faustkeil der Schicht F aus Et Tabun (6607, Foto B. Schier).

Abb.3: Halbmondmesserchen, etwa 1 cm lang, Sicheleinsatz aus der Schicht B der Höhle Mugharet El Wad (25389-177, Foto B. Schier).
Kontakt:

Studiensammlung
des Instituts für
Urgeschichte und
Historische Archäologie,

3. Stock

Franz-Klein-Gasse 1
A-1190 Wien

E-Mail
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