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Mondsee Keramik (Projekt Nr.3)

Der größte Anteil an den Funden von der Station See am Mondsee betrifft Keramik. Es wurden rund 1800 Stücke geborgen, die vorallem von Gefäßen stammen. Krüge (Abb.1), Schüsseln (Abb.3), Töpfe, kleine Näpfe und Schalen wurden von den Bewohnern der Uferrandsiedlung benutzt. Vorallem die Krüge tragen die für Mondseekultur charakteristische inkrustierte Furchenstichverzierung mit der typischen Ornamentik auf der polierten schwarzen Oberfläche (Abb.2). Die großen Gefäße tragen unter dem Rand eine Fingertupfenleiste, die grau-schwärzliche Oberfläche ist meist aufgerauht (Abb.4 und 5). Der Ton ist stark mit Kalksteinen gemagert. Wo diese grobe Magerung unerwünscht war, wurde sie mit feintonigem Schlicker überzogen.

Anhand der Bruchstücke lassen sich technologische Feinheiten erkennen: die Gefäße wurde in der Wulsttechnik per Hand aufgebaut, an den ebenen Boden wurde die Wulst direkt angesetzt, die Henkel wurden in die Wand eingezapft.

An der Keramik haben sich 5000 Jahre lang im Wasser liegend Spuren des ehemaligen Inhalts erhalten. Angekohlte Speiserest an den Innenseiten der Gefäßfragment (Abb.6) zeugen davon, daß diese Gefäße zum Kochen über dem Feuer gedient haben. Rinnspuren (Abb.7) an der Außenseite sind ein Hinweis darauf, daß der Inhalt des Gefäßes übergekocht war.

Für die Kupferverarbeitung wurden Keramikgefäße (Gußformen) und -werkzeuge (Gußlöffel) verwendet. Auf diesen Bruchstücken sind Kupferschlacken erhalten.

Ganz besonders sollen hier die keramischen Tierfiguren hervorgehoben werden. Sie sind aus besonders feinem, weißen Ton geformt. Bei den schwein- und auch ziegenartigen Tiere sind die Hörner, Rückrat oder Euter besonders ausgeprägt herausgeformt.

Daß Behausungen abgebrannt sind, davon zeugt erhaltener gebrannter Hüttenlehm.

Literatur:

Franz, Weninger 1927: Die Funde aus dem prähistorischen Pfahlbauten im Mondsee. In: Anthropologische Gesellschaft in Wien und Wiener Prähistorische Gesellschaft (Hrsg.). Materialien zur Urgeschichte Österreichs. Mit einem Beitrag von E.Hofmann/F.Angerer. 3. Heft, Wien 1927.

Margit Bachner 2002: Die Keramik der Seeuferstation See/Mondsee - Sammlung Much, Institut für Ur- und Frühgeschichte, Wien 2002, unpublizierte Dissertation am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien.

Kunze 1981: W. Kunze, Keramik der Pfahlbauern, Schriftreihe des OÖ.Musealvereins Gesellschaft für Landeskunde Band 11. Mit Beiträgen von A.Vogelsberger und H.Svejda, Linz, 1981.

Ruttkay 1981: E. Ruttkay, Typologie und Chronologie der Mondsee-Gruppe, Das Mondsee-Land, Ausstellung des Landes Oberösterreich 8.Mai bis 26. Oktober 1981.

Datierung

Gesamtsumme

Keramik

Verputz

Fehlbestand

336

333

3

Neolithikum:Spätneolithikum

1544

1511

33

Bronzezeit

12

12

 

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MaterialUEbersicht.pdf

Abb.1: Krug mit Furchstichverzierung (1017, Foto B.Schier)

Abb.2: erhaltene Inkrustation in der Furchenstichverzierung (1241)

Abb.3: Schüssel (1631)

Abb.4: Topf mit Arkadenleiste (1645)

Abb.5: äußere grobe Oberfläche eines großen Gefäßes (24974)

Abb.6: innen verkohlte Reste ...

Abb.7: außen Rinnspuren (6666)
Kontakt:

Studiensammlung
des Instituts für
Urgeschichte und
Historische Archäologie,

3. Stock

Franz-Klein-Gasse 1
A-1190 Wien

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