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Hallstatt Sammlung Much (Projekt Nr.47)

Die Studiensammlung beherbergt derzeit knapp 600 Objekte aus Hallstatt. Der größte Teil dieses Materials stammt ursprünglich aus dem Besitz Johann Georg Ramsauers. 1874 erwarb Matthäus Much die Objekte aus der Verlassenschaft des Bergmeisters. Die Sammlung Muchs wurde 1912 schließlich vom Kulturministerium angekauft und dem Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie in Verwahrung gegeben. 1933 wurden diese Materialien von O. Vohnicky publiziert. Seither sind mehr als die Hälfte der Objekte verschwunden.

Ramsauers Hauptinteresse galt der Erforschung des Gräberfeldes im Hochtal von Hallstatt. Keramik wurde, entsprechend der gängigen Grabungspraxis, jedoch kaum aufgehoben. Daher besteht das Material hauptsächlich aus Metallobjekten: Waffen und Geräte (Abb.1 und 2), Gefäße (Abb.3) sowie Schmuck (Abb.4) und Kleidungszubehör (Abb.5). Zu den Grabfunden gehören außerdem noch einige Perlen und Ringe aus Bernstein und Glas (Abb.6).

Eine Zuordnung der Objekte zu einzelnen Gräbern war aufgrund der vorliegenden Dokumente in den meisten Fällen nicht mögich. Nur ein umfassender Vergleich der Objekte mit Ramsauers Grabungsprotokollen und Engels Zeichnungen könnte dies noch bei einigen weiteren Gegenständen ermöglichen.

Neben den Objekten aus dem Gräberfeld beinhaltet die Sammlung aber auch Funde von Ramsauers 1849 durchgeführten Grabungen im Bergwerk. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Leuchtspäne, Fell-, Leder- und Textilreste sowie nicht näher bestimmbare Holzfragmente (Abb.7). Der größte Teil dieser Objekte ist jedoch verschollen. Vermutlich wurden sie nach den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges nicht wieder geborgen.

Das Material enthält auch einige neolithische Objekte. Eine Klinge und eine Steinaxt (Abb.8) sind die einzigen im Original vorhandenen Objekte. Bei den übrigen handelt es sich um Gipsimitate von Steinbeilen- und Äxten.

 

Literatur:

F.E. Barth, Zur Identifizierung einiger Gegenstände aus dem Gräberfeld Hallstatt in der Sammlung J.G. Ramsauer, MAG CIII, 1973, 48-54.

F.E. Barth, Salzbergwerk Hallstatt „Kernverwässerungswerk“ Grabung 1849, Hallstatt, 1990.

A. Kern, K. Kowarik, A.W. Rausch, H. Reschreiter, Salz-Reich. 7000 Jahre Hallstatt, Veröffentlichungen der Prähistorischen Abteilung 2, Wien, 2008.

K. Kromer, Das Gräberfeld von Hallstatt, Florenz, 1959.

E. F. Mayer, Die Äxte und Beile in Österreich, PBF IX/9, 1977.

G. Prüssing, Die Bronzegefäße in Österreich, PBF II/5, 1991.

J. Reitlinger, Die ur- und frühgeschichtlichen Funde Oberösterreichs, Band 3, Schriftreihe des OÖ. Museumsvereins, 1968.

O. Vohnicky, Die Hallstätter Sammlung aus der älteren Eisenzeit im Urgeschichtlichen Institut der Wiener Universität. Wiener Prähistorische Zeitschrift XX. Jahrgang, 1933, 73-111.

Datierung

Gesamt

Bein

Bernstein

Glas

Keramik

Metall

nicht näher zuordenbar

organisches Material

Stein

Fehlbestand

269

 

 

 

2

216

4

47

 

Neolithikum

8

 

 

 

 

 

6

 

2

Jüngere Urnenfelderzeit

1

 

 

 

 

1

 

 

 

Hallstattzeit

207

1

27

6

9

146

1

15

2

Hallstattzeit:HaC

30

 

 

 

 

30

 

 

 

Hallstattzeit:HaD

11

 

 

3

 

8

 

 

 

Latènezeit

7

 

 

 

 

7

 

 

 

Römische Kaiserzeit

2

 

 

 

1

1

 

 

 

Hoch-/Spätmittelalter

1

 

 

 

1

 

 

 

 

Abb.1: Lappenbeil (10126, Foto: B. Schier)

Abb.2: Harpune (10177, Foto: G. Gattinger)

Abb.3: Breitrandschale (24234, Foto: B. Schier)

Abb.4: Noppenarmreif (24227, Foto: B. Schier)

Abb.5: Brillenfibel (32234, Foto: B.Schier)

Abb.6: Bernsteinperlen (24325, Foto: B.Schier)

Abb.7: Leuchtspäne (32225, Foto: B. Schier)

Abb.8: Steinaxt (10124, Foto: B. Schier)
Kontakt:

Studiensammlung
des Instituts für
Urgeschichte und
Historische Archäologie,

3. Stock

Franz-Klein-Gasse 1
A-1190 Wien

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