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Götschenberg (Projekt Nr.28)

Der Götschenberg in Salzburg unweit von Bischofshofen, ragt 150 m aus dem Gelände, dort, wo der Mühlbach austritt und bald in die Salzach mündet. Matthias Much und sein Sohn Rudolf untersuchten Ende des 19. Jahrhunderts diesen charakteristischen Siedlungspunkt. Sie brachten die gefundenen Hinterlassenschaften (Steingeräte und Keramikgefäßfragmente) mit den Kupferbergbausiedlungen am nahen Mitterberg bei Bischofshofen, auf der Kelchalpe bei Kitzbühl und Resten der Feuchtbodensiedlung am Mondsee in Verbindung. M. Much vertrat die Ansicht, daß das am Mitterberg geförderte Kupfer in der Siedlung am Mondsee verarbeitet wurde. Die Siedlung am Götschenberg, wo sowohl Mondsee Keramik als auch Keramik der Kupferabbauorte gefunden wurde stellte somit einen Verbindungsglied dar. Die archäologischen und metallurgischen Forschungen des 20. Jahrhunderts an allen diesen Orte erbrachten allerdings ein anderes Ergebnis. In der Zwischenzeit konnten die Bergbauhinterlassenschaften in die Spätbronzezeit datiert werden. Die Mondsee-Gruppe wird dem Spätneolithikum zugeordnet. Am Götschenberg finden sich sowohl datierbare Keramikreste von beiden Zeitepochen. Metallurgische Untersuchungen des Mondsee-Kupfers schließen den Mitterberg als Abbauort dieses stark arsenhalten Kupfers aus.

In die Studiensammlung kamen 1912 rund 150 Fundobjekte, die von Matthias und Rudolf Much geborgen wurden. Ein großer Teil, vor allem Steingeräte sind heute verschollen. Dieses Steininventar wurden von R. Much als Steinbeilwerkstätte gedeutet. Rohlinge, Halb- und Fertigprodukte und das notwendige Werkzeug in Form von Steinplatten, Klopf- und Schleifsteinen waren dabei. Erhalten geblieben sind Tierknochen und Keramikfragmente. Einige wenige gehören eindeutig der Mondsee-Gruppe an (Imitationen), der Rest ist wenig charakterisches Material, das sowohl dem Spätneolithikum also auch der Bronzezeit angehören kann. Davon ausgenommen können einige Fragmente von Laténe-Keramik werden, die durch scheibengedrehte, graphitgemagerte Gefäße gekennzeichnet ist.

Datierung

Gesamts

Bein

Graphittonkeramik

Keramik

Metall

Stein

Fehlbestand

65

 

1

12

5

47

Ohne Datierung:prähistorisch

61

9

 

52

 

 

Spätneolithikum

13

9

 

4

 

 

Bronzezeit

1

 

 

 

1

 

Latènezeit

5

 

3

2

 

 

Römische Kaiserzeit

1

 

 

1

 

 

Abb.1: Götschenberg bei Bischofshofen/Salzburg (nach Lippert 1992, Abb.23)

Abb.2: Der Götschenberg (nach Kyrle 1918, Fig.21, Foto O. Klose)

Abb.3: Keramik der urgeschichtlichen Siedlung am Götschenberg (1205).
Kontakt:

Studiensammlung
des Instituts für
Urgeschichte und
Historische Archäologie,

3. Stock

Franz-Klein-Gasse 1
A-1190 Wien

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