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The Illustrated London News 15.4.1933

Über den Sammler Karl Moßler (1891-1988) ein abgerundetes Bild wieder zu geben fällt schwer. Seine archäologische Sammlung ging nach seinem Ableben in den Bestand der Studiensammlung über. Der Nachruf beschränkt sich auf wenige Mailensteine seines Wirkens, der noch während der Lebzeit seiner Tochter G. Moßler, Chefin des Bodendenkmalamtes verfaßt wurde.

Ein Artikel in "The Illustrated London News" vom 15. April 1933 von Karl Moßler läßt den Stellenwert seiner Sammlung erahnen.

Darin stellt er dem brithischen Leser die Hallstatt-Kultur in Österreich vor: Zentrum ist die Salzgewinnung in Hallstatt, deren Gräberfeld Kontakte sowohl in den Mittelmeerraum als auch an die Baltische Küste belegen. Die reichverzierte, formenreiche Keramik, die mit der Eisenverarbeitung dieser Zeit einhergeht, läßt Einflüsse aus Griechenland und Italien herleiten Die Oberflächen sind graphitiert, glänzend poliert um Metallgefäße nachzuahmen. Sie lassen eine sakrale Nutzung vermuten. Ebenso wie regional verbreitete zoomorphe Plastiken, so genannte "Mondidole" werden als Fruchtbarkeitssymbole gedeutet. Die mediteranen Einflüsse lassen sich gut in der späten Bronzezeit belegen, ihre Spur verliert sich allerdings bis zu den Kelten. 

Der Artikel ist durch hallstattzeitliche Funde seiner Sammlung aus dem Raum um Wien ergänzt. Besonders hebt er ein Gefäß hervor, das durch Form und Oberflächengestaltung als Metallgefäßimitation aus Keramik angesprochen werden kann (Abb.1 und 2).

Das Geschick für die Restauration seiner Gefäß läßt heute wie damals ein anschauliches Bild dieser vorgeschichtlichen Zeit entstehen.

Abb.1: Metallimitaiton einer Schüssel aus Keramik, hochpolierte Graphitoberfläche (The Illustrated London News 15.4.1933, 543, Fig. 6).

Abb.2: das selbe Gefäß 75 Jahre später (34143, Foto B. Schier).
Kontakt:

Studiensammlung
des Instituts für
Urgeschichte und
Historische Archäologie,

3. Stock

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