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Projektverlängerung

Die Finanzierung des Projektes "Digitale Erschließung der Studiensammlung" durch die Universität Wien ist verlängert worden. Dadurch ist das Ziel, den gesamten inventarisierten Bestand in der Sammlungsdatenbank zu beschreiben und in Unidam zur Verfügung zu stellen in greifbare Nähe gerückt. Der derzeitig registrierte Gesamtbestand umfaßt rund 56.000 Objekte, wovon 33.000 in den letzten Jahren bearbeitet wurden. Es ist geplant, die restlichen 23.000 Stück im geplanten Zeitraum gleichermaßen aufzunehmen, was bei gleichem Personaleinsatz durchführbar ist. Bisher wurden durchschnittlich 7.000 Objekte jährlich bearbeitet. Aufgrund der Finanzierungsunterbrechung der letzten Monate kommt es zu einem Personalwechsel. Um die Einschulungsphase möglichst kurz zu halten, wurden neue Mitarbeiter mit Interessensschwerpunkt auf die geplanten Teilprojekte ausgewählt.

Langzeitarchivierung-Datenarchäologie

Langzeitarchivierung (LZA) ist ein Thema, dass die Daten, die für die Sammlung erstellt werden betreffen wird. Wann der Zeitpunkt eintritt, an dem konkret dafür zu sorgen ist, dass noch in 100 Jahren der Datenbestand verfügbar und verwertbar ist, ist noch unklar. Das Projektende wird ein Anlass sein dafür die nötigen Voraussetzungen zu schaffen. 

Der Datenbestand

  • Kernstück ist die Datenbank, eine MS-Access Datenbank im mdb-Format.
  • Abbildungen in Form von Fotos und gescannten Zeichnungen werden ausschließlich in jpg-Format gespeichert.
  • Digitale Literatur wird als jpg bzw pdf abgelegt
  • Sonstige Dokumente (Korrespondenz, Arbeitsnotizen) entstehen in .xls oder .doc
  • Mail Korrespondenz

Gemäß bekannter Langzeitarchivierungsstrategien ist in erster Linie für die erfolgreiche Erhaltung des Datenbestandes zu sorgen. Das erfolgt durch Migration: die Daten werden auf langlebige Datenträger gespeichert. Ideal ist eine Speicherplatz, der ständig gesichert und gewartet wird, d.h. konkret am Server der Uni-Wien. Der Speicherplatz muß bekannt sein!

Bis zu Projektende wird sich voraussichtlich erwiesen haben, wie geeignet das neue Access Format ist. Gegebenenfalls würde vor der physischen Archivierung eine Migration auf dieses Datenformat erfolgen, wobei die volle Funktionstüchtigkeit der bisherigen Datenbankfunktionen gewährleistet sein muß. 

Sollen die Daten weiter bearbeitet werden (Ergänzung, Aktualierung, Erfassung von Neuzugängen) muß klar sein, wo der letzte Stand der Daten abgespeichert ist und wie verfahren werden muß, um damit digital weiter zu arbeiten.

Die heute noch grundsätzlich unterschätzte und auch schwer abschätzbare Problematik der Langzeitarchivierung, öffnet Tür und Tor für eine neuen Berufszweig, genannt "Datenarchäologie".

Datenarchäologen, das sind unsere "Kollegen", deren Aufgabe es sein wird, verabsäumte Schritte der Langzeitarchivierung auszumerzen. Sind Daten zwar physisch vorhanden, aber das Datenformat nicht migriert und an die neue Umgebung angepasst worden, versuchen Datenarchäologen die Daten auf einen lesbaren und funktionstüchtigen Stand zu bringen. Alternativ dazu kann eine Emulation zu Anwendung gelangen: alte Programme, die veralterte Datenformate interpretieren können werden in aktuellen Betriebsumgebungen simuliert.

Literatur:

H. Neuroth, A. Oßwald, R. Scheffel, S. Strathmann, K. Huth (Hrsg.), nestor Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung, http://www.langzeitarchivierung.de:


Dobratz und Schoger, Grundkonzepte der Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit

Funk, Migration

Funk, Emulation

Karin Krichmayer, Lebensverlängerung für digitale Daten, Standard 8.6.2010

Kontakt:

Studiensammlung
des Instituts für
Urgeschichte und
Historische Archäologie,

3. Stock

Franz-Klein-Gasse 1
A-1190 Wien

E-Mail
Universität Wien | Universitätsring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0