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Steinzeitführung

Mitte Jänner besuchte eine Kindergartengruppe aus Döbling die Studiensammlung. Die UrzeitforscherInnen wollten sich aus erster Hand über den aktuellen Wissensstand der Altsteinzeit informieren (Abb.1). Wie groß ist ein Mamutzahn? Wie schwer ist ein Mamutknochen? Warum heißt die Steinzeit so? Warum ist die Venus von Willendorf nackt? Was macht man mit einem Faustkeil? Wie schaut ein Steinzeithaus aus? So manche Frage, über die sich Wissenschafter bereits die Köpfe zerbrochen haben, können nur mit Vermutungen beantwortet werden. Schwierig ist es für Kinder zu simplifizieren und trotzdem bei der Wahrheit, also Nachweisbarkeit, zu bleiben und nicht in Klischees und Rollenbilder zu verfallen, die leider auch noch in aktuellen Kinderbüchern vermittelt werden.

Zu Führungen an der Universität Wien und der Studiensammlung.

Literatur:

Christoph Kühberger, Rekonstruktionszeichnungen als Annäherung an die Vergangenheit. Geschichtsdidaktische Reflexionen über Probleme und Chancen für das historische Lernen, Archäologie Österreichs 19/1, 2008, 50–60.

Kappameter

Die Felsgesteingeräte, die im Juni 2009 beim Tag der offenen Tür zu sehen waren, wurden im Laufe des Jahres im Fotolabor fotografiert und in der Sammlungsdatenbank beschrieben und durch die petrographischen Bestimmungen von Prof. M. Götzinger ergänzt, wofür ihn hier herzlichst gedankt werden soll. In Zuge dessen konnte gleichzeitig das für die Rohstoffforschung am Institut für Ur- und Frühgeschichte von Prof. G. Trnka neu erworbene Kappameter in der Praxis erprobt werden (Abb.2). Dieses handliche Gerät mißt zerstörungsfrei die magnetische Leitfähigkeit (Suszeptibilität) eines Gesteins. Geologen aus Ungarn, Tschechien und Italien und haben bereits seit längerem Erfahrungen damit in der Lokalisierung von potentiellen Lagerstätten für prähistorische Steingeräte aus Grünschiefer, Basalt und Serpentinit gewonnen. Die erfaßten Daten sind ab dem SS 2010 in Unidam abrufbar.

Literatur:

B. Bradák, Gy. Szakmány, S. Józsa, A. Přichystal,  Application of magnetic susceptibility on polised stone toos from Western Hungary and the Eastern part of the Czech Republic (Central Europe), Journal of Archaeological Science, 2009, 2437-2444.

Gy. Szakmány, E. Starnini, F. Horváth, The raw materials of the stone tools from Tell Gorzsa (SE Hungary, Tisza Culture, Late Neolithic), Archeometriai Mühely May 30th 2008.

Abb.1: Connie erklärt die Herstellung von Steinklingen.

Abb.2.: Kappameter zum Messen der Suszeptibilität eines Gesteins.
Kontakt:

Studiensammlung
des Instituts für
Urgeschichte und
Historische Archäologie,

3. Stock

Franz-Klein-Gasse 1
A-1190 Wien

E-Mail
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